Jeder ambitionierte Hobby Fotograf oder Landschaftsfotograf möchte sie doch gerne einmal selbst fotografieren und somit bildlich festhalten – die Milchstrasse. Stimmt ́s oder hab ich Recht?! Ich weiß doch wie das ist… Was braucht man denn, um die Milchstrasse gut ablichten zu können? Was wir dazu brauchen steht auf einem anderen Blatt Papier aber ich kann euch sagen was von Vorteil wäre oder aber auch wie ich an die Aufgabe ran gehe.
• Das Objektiv
Beim Vorhaben Milchstrasse ein ganz entscheidender Faktor! Ich bevorzuge hierfür meine FUJINON XF Objektive mit einer Lichtstärke von 1.4 um das maximale an Licht, durch mein Objektiv auf den Sensor zu bekommen und selbstverständlich um die Verschlusszeiten recht kurz zu halten, um eine punktförmige Abbildung der Sterne zu erreichen – und keine Startrails. Mir ist bewusst, dass solche Objektive ein bisschen mehr kosten als welche mit Anfangsblende 4 oder so etwas in der Art. Objektive kauft man aber in der Regel nur einmal, während man die Bodys meist gegen neuere Nachfolgemodelle austauscht. Es wäre also vielleicht doch mal eine Überlegung wert oder?
• Das Stativ
Eine solche Aufnahme der Milchstrasse zu realisieren funktioniert einfach nicht ohne ein vernünftiges und stabiles Stativ. Auch wenn es wie in meinem Fall hier nur 15 Sekunden Belichtungszeit waren – es wäre ohne Stativ nicht möglich gewesen.
• Die Kamera
Die Kamera ist in diesem Fall ehrlich gesagt drittrangig für mich. Warum? Ganz einfach, aktuelle Modelle die im High ISO Bereich arbeiten können sind selbstverständlich von Vorteil um ein astreines und sauberes Ergebnis zu erhalten. Kameras die vielleicht bis maximal 6400 ASA/ISO gehen können aber die Milchstrasse genauso gut ablichten! Klar rauscht es da eventuell ein klein wenig aber hey – das sind eine Million kleiner weißer Punkte (Sterne) auf dem Bild, da fällt das Rauschen nicht sooooo sehr auf. Man kann ja bei der RAW Entwicklung ein klein wenig den Luminazregler bewegen und schon wird das Rauschverhalten viel besser! Probier es aus, es ist in der Tat so!
Und da hätten wir sie nun, die drei wichtigsten Sachen wobei wie bereits erwähnt Punkt 1 und 2 die wichtigsten sind. Punkt 3 ist ja eh schon mal Grundvoraussetzung um die anderen Punkte in Betracht zu ziehen.
Ich habe euch hier mal mein originales RAW File und mein fertig entwickeltes RAW File als Before/After bereitgestellt. Zieht den Schieber ruhig ein paar mal hin und her. Sollte das Bild nicht gleich sichtbar sein, bitte einfach im Browser die Seite aktualisieren!

Wir stellen fest, das fertige Bild sieht doch viel spektakulärer aus als das unangetastete RAW. Wer es wie gesagt schon mal versucht hat die Milchstrasse abzulichten, der wird mir Recht geben. RAW Files der Milchstrasse sehen eigentlich fast immer so fad aus. Man hat sie nämlich immer nur spektakulär im Kopf, von Bildern die man schon mal irgendwo im Internet oder in Zeitschriften gesehen hat. Ich kann euch also versichern, in jedem Milchstrassen Bild das annähernd oder so ähnlich aussieht wie mein fertiges Bild steckt eine sehr intensive Entwicklung des RAW ́s! Ich muss aber dazu sagen – zumindest für meinen Geschmack sehr intensive Entwicklung denn so lange fummel ich normalerweise nicht an meinen RAW Files herum. Das dauert mir A zu lange und B fallen diese ganzen Vorgänge ansonsten eh nicht an – oder zumindest nur ein Bruchteil davon. Ich bin ehrlich gesagt selbst ein wenig erschrocken als ich gesehen habe wie lang das Protokoll geworden ist.
Das Lightroom Entwicklungsprotokoll habe ich euch hier auch einmal mit beigefügt, damit könnt ihr genau sehen und nachvollziehen was ich da alles in Bewegung gesetzt habe um eine richtig knackige und spektakuläre Milchstrasse ans Licht zu bringen.

Man darf aber nicht vergessen – es handelt sich einzig und allein um eine RAW Entwicklung! Das heisst, die Infos die ans Tageslicht kommen stecken alle in diesem einzigen RAW – man muss sie nur gezielt ausarbeiten. Ein besonderes Rezept habe ich aber hierfür ehrlich gesagt nicht, das mach ich einfach nur nach eigenem Geschmack und Gefühl.
Was ich damit sagen will ist: Wenn eure ersten RAW Files der Milchstrasse auch so fad aussehen wie zum Beispiel das meine, dann seid nicht enttäuscht weil es so bescheiden aussieht – es sieht nun mal so aus. Entwickeln und probieren, dann wird das schon! Ich wünsch viel Erfolg und vor allem Spaß – beim Projekt Milchstrasse.

Euer Christian
PS: hier noch die EXIF/Kamera- Aufnahmedaten von genau diesem Foto.